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Die Landschaft der muskuloskelettalen Medizin erfährt derzeit eine seismische Verschiebung. Jahrzehntelang beschränkte sich die Behandlung chronisch degenerativer Erkrankungen auf die Wahl zwischen einer pharmakologischen Maskierung der Symptome und einem invasiven chirurgischen Eingriff. Mit dem Aufkommen der Hochleistungs-Photobiomodulation (PBM), die speziell als Lasertherapie für tiefes Gewebe bezeichnet wird, wurde jedoch eine dritte Säule eingeführt: die biologische Regeneration durch biophysikalische Stimulation.
Als klinische Praktiker und Forscher müssen wir über das oberflächliche Verständnis der “Wärmetherapie” hinausgehen und uns mit den komplizierten Photonen-Zell-Signalwegen befassen, die bestimmen, wie die Lasertherapie arbeiten. Wenn wir das therapeutische Fenster von Lasern der Klasse IV untersuchen, können wir verstehen, warum Lasertherapie bei Arthritis entwickelt sich zum Goldstandard für die nicht-invasive Gelenkrehabilitation.
Zum Verständnis der Wirksamkeit von Laser-Tiefengewebetherapie-Behandlung, muss man zunächst das primäre Chromophor verstehen, das für die Lichtabsorption im menschlichen Gewebe verantwortlich ist: Cytochrom c-Oxidase (CCO). CCO befindet sich in der inneren Mitochondrienmembran und ist das letzte Enzym der Elektronentransportkette.
Bei der Anwendung bestimmter Wellenlängen - in der Regel im Nahinfrarotbereich (NIR) zwischen 810 nm und 1064 nm - durchdringen Photonen die Hautschichten und erreichen das darunter liegende Bindegewebe. Diese Photonen werden von CCO absorbiert, was eine Kaskade von biochemischen Vorgängen auslöst. Bei Verletzungen oder chronischen Entzündungen (z. B. Arthritis) sind die Zellen häufig oxidativem Stress ausgesetzt, was zur Produktion von Stickstoffmonoxid (NO) führt. Dieses NO bindet sich an das CCO, verdrängt den Sauerstoff und bremst den zellulären Atmungsprozess, was zu einer verminderten Adenosintriphosphat (ATP)-Produktion führt.
Durch die Zufuhr von Laserenergie wird das NO vom CCO fotodissoziiert. Dadurch wird die Atmungskette “entkoppelt”, so dass wieder Sauerstoff gebunden werden kann und die ATP-Produktion beschleunigt wird. Dieser Anstieg der Zellenergie ist der Hauptgrund dafür, dass die Patienten eine schnelle Heilung erfahren; die Zelle verfügt endlich über den nötigen Treibstoff, um Reparaturfunktionen auszuführen, die zuvor ins Stocken geraten waren.
Neben ATP umfasst der Mechanismus auch die kontrollierte Produktion von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS). Während übermäßige ROS Schäden verursachen, wirkt der durch die Lasertherapie ausgelöste kurze, schwache Ausbruch als starkes Signalmolekül. Er aktiviert Transkriptionsfaktoren wie NF-kB und AP-1, die ihrerseits die Expression von mehr als 100 Genen regulieren, die mit der Proteinsynthese, der Zellproliferation und dem Abbau von entzündungsfördernden Zytokinen zusammenhängen. Diese vielschichtige biologische Reaktion ist der Kern der Photobiomodulation für die Behandlung chronischer Schmerzen.

Eine häufige klinische Frage ist, warum ein Hochleistungslaser der Klasse IV erforderlich ist, wenn es seit Jahren Laser niedrigerer Klassen gibt. Die Antwort liegt in der Physik der Streuung und Absorption.
Der menschliche Körper ist eine optische Barriere. Haut, Fett und Muskeln streuen das Licht, während Wasser und Hämoglobin es absorbieren. Damit eine Behandlung bei einer tief sitzenden Pathologie wie Hüftarthrose oder einem lumbalen Bandscheibenvorfall wirksam ist, muss eine ausreichende “Photonendichte” das Zielgewebe erreichen.
Durch die Verwendung hoher Wattleistungen wird bei der Lasertherapie des tiefen Gewebes sichergestellt, dass selbst nach dem unvermeidlichen Energieverlust durch die Hautoberfläche die “therapeutische Dosis” (gemessen in Joule pro Quadratzentimeter) an der eigentlichen Verletzungsstelle ankommt. Dies ist der Hauptgrund für die Vorteile des therapeutischen Lasers der Klasse IV.
Arthritis, ob osteo oder rheumatisch, ist durch einen Kreislauf aus chronischer Entzündung und Knorpelabbau gekennzeichnet. Die Gelenkflüssigkeit wird zu einer “giftigen Suppe” aus Entzündungsmediatoren wie Interleukin-1 (IL-1) und Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-alpha).
Jüngste Studien deuten darauf hin, dass die Lasertherapie bei Arthritis mehr bewirkt als nur eine vorübergehende Schmerzlinderung. Sie moduliert aktiv das synoviale Milieu. Durch die Hemmung der Expression von Matrix-Metalloproteinasen (MMPs) - Enzyme, die für den Abbau von Knorpel verantwortlich sind - und die Förderung der Synthese von Typ-II-Kollagen schafft PBM ein regenerationsförderndes Umfeld.
Außerdem verbessert die durch den Laser induzierte Gefäßerweiterung den Lymphabfluss. In einem arthritischen Gelenk erhöht sich durch Ödeme (Schwellungen) der intraartikuläre Druck, was Schmerzen verursacht und den Bewegungsumfang einschränkt. Durch die Erleichterung des Abtransports von Entzündungsnebenprodukten über das Lymphsystem bietet die Lasertherapie eine nicht-invasive Verringerung der Gelenkentzündung, die oft nachhaltiger ist als Kortikosteroidinjektionen.
Der folgende Fall demonstriert die klinische Anwendung der Hochleistungslasertherapie in einem komplexen, chronischen Szenario.
Die körperliche Untersuchung ergab ein deutliches Krepitieren im Patellofemoralgelenk, eine eingeschränkte Beugung (105 Grad) und ein lokales Ödem. Die Röntgenaufnahmen bestätigten eine Verengung des Gelenkspalts und eine Osteophytenbildung.
Der Behandlungsplan umfasste einen “Dual-Phase”-Ansatz mit einem Laser der Klasse IV. Ziel war es, die unmittelbare Entzündung zu reduzieren und dann die langfristige Gewebereparatur zu stimulieren.
| Parameter | Phase 1 (Wochen 1-2: Entzündungshemmend) | Phase 2 (Wochen 3-6: Regenerativ) |
| Wellenlänge | 980nm (für die Mikrozirkulation) | 810nm & 1064nm (für ATP/Tiefendurchdringung) |
| Modus | Gepulst (50Hz) | Kontinuierliche Welle (CW) |
| Leistung | 10 Watt | 15 Watt |
| Die Energiedichte | 10 J/cm² | 15 J/cm² |
| Gesamtenergie/Sitzung | 3.000 Joule pro Knie | 4.500 Joule pro Knie |
| Frequenz | 3 Sitzungen pro Woche | 2 Sitzungen pro Woche |
| Anmeldung | Berührungslose, scannende Technik | Kontakt- und Tiefengewebsmassagetechnik |
Bei der 3-monatigen Nachuntersuchung hatte der Patient einen VAS-Wert von 2/10. Der WOMAC-Score (Western Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index) zeigte eine Verbesserung der funktionellen Mobilität um 65%. Zwar kann der Laser in Fällen des Grades IV einen vollständig erodierten Gelenkspalt nicht “nachwachsen” lassen, doch in diesem Fall des Grades III konnte der Entzündungszyklus erfolgreich gestoppt und die biologische Funktion wiederhergestellt werden, wodurch die Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffs auf unbestimmte Zeit hinausgezögert werden konnte.
Die Lasertherapie des tiefen Gewebes ist zwar sehr wirkungsvoll, ihre Wirksamkeit wird jedoch maximiert, wenn sie in ein umfassendes Rehabilitationsprogramm integriert wird. Wir bezeichnen dies häufig als die “Laser-First”-Strategie. Durch den Einsatz des Lasers zu Beginn einer klinischen Sitzung kann der Therapeut Folgendes erreichen:
Dieser ganzheitliche Ansatz ist der Grund, warum viele sportmedizinische Kliniken der PBM bei Sportlern, die nach einer Bänderverletzung oder Sehnenentzündung zurückkehren, Priorität einräumen.
Wenn wir die Landschaft der therapeutischen Möglichkeiten analysieren, müssen wir uns fragen: Warum Laser statt Ultraschall oder TENS?
Im Gegensatz dazu ist die Laser-Tiefengewebetherapie eine “aufbauende” Therapie. Sie baut eher auf als ab und ist damit die beste Wahl für die langfristige Gesundheit bei chronisch degenerativen Erkrankungen.
Für Klinikbetreiber, die diese Technologie integrieren wollen, ist es wichtig, die Suchlandschaft zu verstehen. Patienten suchen zunehmend nach “nichtmedikamentöser Schmerzlinderung” und “wie funktioniert die Lasertherapie”. Durch die Bereitstellung hochwertiger, wissenschaftlich fundierter Inhalte, die die Feinheiten der therapeutischen Laserbehandlung der Klasse IV erklären, können sich Kliniken als maßgebliche Stimme in ihren lokalen Märkten etablieren.
Zu den wichtigsten semantischen Markern, die in Materialien zur Patientenaufklärung enthalten sein sollten, gehören:
Nein. Die meisten Patienten spüren eine wohltuende, tiefe Wärme im behandelten Bereich. Im Gegensatz zu einigen anderen Formen der physikalischen Therapie ist die Behandlung nicht invasiv und beinhaltet kein “Schnappen” oder “Knacken” der Gelenke.
Während einige Patienten eine sofortige Erleichterung verspüren, ist bei chronischen Erkrankungen wie Arthritis in der Regel eine “Ladedosis” von 6 bis 12 Sitzungen über 3 bis 4 Wochen erforderlich, um eine signifikante biologische Veränderung zu erreichen.
Nebenwirkungen sind äußerst selten. Bei einigen Patienten kann es zu einer vorübergehenden “Heilungskrise” oder einer leichten Zunahme der Schmerzen für 24 Stunden kommen, da das körpereigene Entzündungssystem aktiviert wird, um Ablagerungen zu beseitigen, aber danach tritt eine schnelle Besserung ein.
Ja. Im Gegensatz zu therapeutischem Ultraschall oder Diathermie wird Metall durch Laserlicht nicht wesentlich erhitzt. Es ist sicher für Patienten mit Hüft- oder Kniegelenksprothesen, die Weichteilschmerzen im Bereich der Operationsstelle haben.
Mit Blick auf das nächste Jahrzehnt des medizinischen Fortschritts wird die Rolle des Lichts in der Medizin nur noch zunehmen. Es gibt neue Forschungsarbeiten zur Verwendung von PBM bei neurodegenerativen Erkrankungen, zur Wundheilung bei Diabetikern und sogar zur Reduzierung systemischer Entzündungen.
Für den Therapeuten, der heute Arthritis und chronische Schmerzen behandelt, stellt die Lasertherapie des tiefen Gewebes den Gipfel der nicht-invasiven Technologie dar. Sie überbrückt die Kluft zwischen Physik und Biologie und bietet einen Mechanismus, um die körpereigene Reparaturfähigkeit in Gang zu setzen. Indem wir uns von der Mentalität der “Pille für jede Krankheit” verabschieden und die Kraft der Photonen nutzen, bieten wir unseren Patienten einen Weg zur Genesung, bei dem es nicht nur darum geht, sich besser zu fühlen, sondern auch darum, auf zellulärer Ebene besser zu sein.
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